Wer das Gefühl hat, mit dem eigenen Handeln Erfolg zu haben, empfindet Selbstwirksamkeit. Diese ist auch für unsere Demokratie sehr wichtig: Studien haben belegt, dass sich Menschen mit hoher Selbstwirksamkeit eher politisch beteiligen. Selbstwirksamkeit kann gesteigert werden, indem du dich aktiv miteinbringst, Erfolgserlebnisse feierst und dich mit anderen austauscht. Weitere Informationen findest du hier.

Was nutzt Selbstwirksamkeit in der Demokratie?
Im politischen Kontext beschreibt die Selbstwirksamkeit das Gefühl, mit dem eigenen Handeln in der Gesellschaft etwas bewegen zu können. In einer Demokratie ist dieses Gefühl von großer Bedeutung. Studien zeigen, dass Personen mit einem hohen Glauben an ihre eigenen politischen Fähigkeiten sich häufiger politisch einbringen (3, 4). Dies gilt sowohl für Wahlen als auch für zivilgesellschaftliche Bewegungen (3). Selbst bei Jugendlichen in der siebten bis zehnten Klasse konnte eine erhöhte Selbstwirksamkeit festgestellt werden (1).
Selbstwirksamkeit ist somit wichtig, da Menschen sich aktiver beteiligen, wenn sie daran glauben, dass ihre Stimme wirklich zählt. Auch im digitalen Raum spielt sie eine große Rolle. Eine Studie belegt, dass vor allem die sogenannte “external political efficacy” einen positiven Zusammenhang mit der Teilnahmeabsicht online hat (2). Das bedeutet, dass eine Person daran glaubt, dass das vorhandene politische System offen ist für seine oder ihre Meinungen und Bedürfnisse.
Wie wirken Erfolgserlebnisse auf Selbstwirksamkeit?
Ein wichtiger Faktor für Selbstwirksamkeit sind Erfolgserlebnisse. Hat eine Person Erfolg in einer Sache, hat sie das Gefühl, mit ihrer Handlung etwas bewirkt zu haben. Bestehende Hemmungen und Unsicherheiten werden damit beseitigt. Außerdem kann dadurch neues Selbstvertrauen dazugewonnen werden (7).
Die Wirkung von Erfolgserlebnissen kann zusätzlich gesteigert werden, indem wir diese aktiv feiern und darüber reden. Denn positive Emotionen stärken deine Selbstwirksamkeit. Fühlst du dich unbesiegbar, hast du eher das Gefühl, etwas verändern zu können (7, 8).
Wie steigere ich meine Selbstwirksamkeit?
Selbstwirksamkeit kann nicht durch Passivität wachsen, sondern entsteht durch aktives Handeln (6). Es gibt also verschiedene Möglichkeiten, deine Selbstwirksamkeit zu erhöhen:
- Du kannst dich regelmäßig weiterbilden, um politische Prozesse und Strukturen besser zu verstehen.
- Du kannst darüber nachdenken, was du mit deinem Handeln verändern kannst. Welche Kompetenzen hast du bereits und wie könntest du sie einsetzen? Was würdest du gerne lernen? Welche ersten Schritte könntest du dafür unternehmen? Über diese Fragen kannst du Ansatzpunkte finden, auf welche Art du dich engagieren willst.
- Reines Nachdenken reicht jedoch nicht aus – damit deine Selbstwirksamkeit wachsen kann, musst du aktiv werden. Schon kleine Aktionen auf lokaler Ebene, wie in der Nachbarschaft oder in einem Verein können viel bewirken.
- Auch mitzubekommen, dass andere Menschen erfolgreich waren, kann deine eigene Selbstwirksamkeit steigern (6). Deshalb lohnt sich der Austausch mit anderen Menschen. Vernetzung mit Gleichgesinnten zeigt dir, dass du nicht allein bist, und kann dich zusätzlich bestärken.
Jedes kleine Erfolgserlebnis verstärkt die Überzeugung, dass das Engagement wirkt. Bedenke dabei, dass Demokratie kein schneller Sprint ist, sondern vielmehr ein Marathon. Es ist völlig normal, dass nicht jede Handlung sofortige Ergebnisse erzielt. Daher solltest du dir ein langfristiges Ziel setzen und dabei nicht nur den kurzfristigen Erfolg im Blick haben.
Warum lohnt es sich?
Wenn wir unsere Demokratie aufrechterhalten wollen, ist es notwendig, dass wir uns gesellschaftlich einbringen. Für eine breite Beteiligung ist Selbstwirksamkeit eine zentrale Voraussetzung. Wenn viele Menschen daran glauben, dass sie etwas bewegen können, stärkt dies die Zivilgesellschaft und somit die Demokratie. Auch für dich persönlich lohnt sich eine hohe Selbstwirksamkeit, da sie positiv mit dem psychischen Wohlbefinden zusammenhängt (5).
Quellen:
- Arens, A. K., & Watermann, R. (2017). Political efficacy in adolescence: Development, gender differences, and outcome relations. Developmental Psychology, 53(5), 933. https://doi.org/10.1037/dev0000300
- Lai, R., & Beh, L. S. (2025). The impact of political efficacy on citizens’ e-participation in digital government. Administrative Sciences, 15(1), 17. https://doi.org/10.3390/admsci15010017
- Prats, M., & Meunier, A. (2021). Political efficacy and participation: An empirical analysis in European countries. OECD Working Papers on Public Governance (46), 1–23.
- Reichert, F. (2016). How internal political efficacy translates political knowledge into political participation: Evidence from Germany. Europe’s Journal of Psychology, 12(2), 221. https://doi.org/10.5964/ejop.v12i2.1095
- Caprara, G. V., Steca, P., Gerbino, M., Paciello, M., & Vecchio, G. M. (2005). Looking for adolescents’ well-being: Self-efficacy beliefs as determinants of positive thinking and happiness. Epidemiology and Psychiatric Sciences, 15(1), 30–43. https://doi.org/10.1017/S1121189X00002013
- Bandura, A. (1977). Self-efficacy: Toward a unifying theory of behavioral change. Psychological Review, 84(2), 191–215. https://doi.org/10.1037/0033-295X.84.2.191
- Becker, F. (2024). Selbstwirksamkeit stärken. In F. Becker (Hrsg.), Positive Psychologie—Wege zu Erfolg, Resilienz und Glück (S. 61–83). Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-662-67620-2_4
Oriol-Granado, X., Mendoza-Lira, M., Covarrubias-Apablaza, C.-G., & Molina-López, V.-M. (2017). Positive emotions, autonomy support and academic performance of university students: The mediating role of academic engagement and self-efficacy. Revista de Psicodidáctica (English Ed.), 22(1), 45–53. https://doi.org/10.1387/RevPsicodidact.14280